Pompeji

Heute ist Pompeji eine moderne Stadt in der süditalienischen Region Kampanien, nahe der Hafenstadt Neapel. Bekannt ist Pompeji jedoch eher aus der Vergangenheit: Die einstige antike Stadt wurde in der Blüte ihres Daseins durch den Ausbruch des nahe gelegenen Vulkans Vesuv im Jahre 79 nach Christi dem Erdboden gleich gemacht. Heute kann man auf rund 44 Hektar die Ausgrabungen dieser weltbekannten Stadtruine bestaunen.

Pompeji einst und heute

Etwa gegen 1.000 vor Christi lebten die – später als Pompejianer bekannten – Einwohner in einer kleinen Siedlung namens Nola. Gegen Ende des 7. Jahrhunderts zogen sie näher an die Flussmündung des Samos, wo der uns bekannte Ort Pompeji entstand, welcher im Laufe der folgenden 700 Jahre von verschiedenen Völkern – wie etwa Griechen, Römern oder Etruskern – besiedelt wurde. Gründe für diese Umsiedelung waren, dass der schiffbare Fluss den Seeleuten als Hafen sowie Warenumschlagplatz diente, und dass der durch die zahlreichen Vulkanausbrüche fruchtbar gewordene Boden einen hohen Ertrag versprach. Heutige Untersuchungen haben ergeben, dass der Ort zur damaligen Zeit wesentlich näher am Meer lag als heute, so dass man sich die einst günstige wirtschaftliche Lage gut erklären kann.

Statue in Pompeji

Römische Truppen eroberten die Stadt 89 vor Christi. Fortab nannte sich diese römische Siedlung „Colonia Veneria Cornelia Pompeianorum“. Man lebte in relativ guten, hoch entwickelten Verhältnissen. Im Jahre 79 nach Christi jedoch kam es schließlich zu jenem – uns bekannten – verheerenden Vulkanausbruch im Golf von Neapel, welcher Pompeji völlig zuschüttete und gleichzeitig für die Nachwelt konservierte. Neuere Erkenntnisse bezeugen übrigens, dass die Menschen seien keineswegs, wie irrtümlich oft angenommen, vom Ausbruch überrascht wurden. Vielmehr hätten sie theoretisch fliehen können, da so genannte Vorzeichen eines Vulkanausbruchs vorhanden waren. Warum viele Menschen nicht flohen, bleibt wohl immer ihr Geheimnis.

Ziemlich schnell fanden erste Plünderungen statt, bei denen aus den Ruinen wertvolle Gegenstände entwendet wurden. Eine Neubesiedelung gab es in den darauf folgenden rund 17 Jahrhunderten nur temporär. 1592 entdeckte man bei Kanalarbeiten mehrere stumme Zeitzeugen wie Münzen, Marmortafeln oder Inschriften, was jedoch keinen weiter interessierte. Pompeji schien in Vergessenheit geraten zu sein. Erst im 18. Jahrhundert erwachte das Interesse an der „Versunkenen Stadt“, wie man sie auch gerne nennt, und zahlreiche Archäologen und Historiker nahmen sich ihrer an. In der 2. Hälfte des vorletzten Jahrhunderts wurden die Arbeiten und Theorien immer wissenschaftlicher sowie fundierter, was nicht zuletzt dem Fortschritt der Grabungstechniken zu verdanken war. Die ersten Gipsabdrücke der Verschütteten, welche man noch heute bestaunen kann, wurden angefertigt. In den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts kam es unter der Direktion des langjährigen Ausgrabungsleiters Amedeo Maiuri dazu, dass auch die Geschichte VOR dem Untergang Pompejis untersucht wurde. Durch die Bombardierung im September 1943 entstanden weitere Zerstörungen des kulturellen Erbes. Leider stürzen auch heute immer wieder Teile der Stadt ein, wie es etwa 2010 und 2011 nach schweren Regenfällen der Fall war.

Die UNESCO erklärte 1997 die antike Ausgrabungsstätte zum Weltkulturerbe. Heute sind etwa zwei Drittel freigelegt, und man ist stark damit beschäftigt, zu rekonstruieren und zu dokumentieren, aber mehr noch, den fortschreitenden Verfall zu bremsen. Zahlreiche Privatleute und Vereine – wie etwa die Kulturinitiative Phoenix Pompeji e. V. aus Deutschland – unterstützen die Arbeit sowie den Erhalt.

Übrigens liegt die antike Ausgrabungsstätte nahezu inmitten des modernen Pompejis, was selber aber wenig Sehenswürdigkeiten zu bieten hat. Für sie wie auch für die Bewohner der näheren Umgebung ist die Ruinenstadt jedoch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor: Pompeji lebt vom Tourismus.

Besondere Sehenswürdigkeiten

Wer an den Golf von Neapel reist, der findet zahlreiche interessante Sehenswürdigkeiten vor, die in erster Linie mit der Geschichte Italiens zusammenhängen. Dazu zählt sicherlich Herculaneum, welches der Legende nach von Herkules geründet worden sein soll und ebenfalls beim Ausbruch des Vesuvs verschüttet wurde. Heute kann man die interessanten Ruinen besichtigen, und viele italienische Brautpaare nutzen sie als Kulissen für ihre Hochzeitsfotos. Auch ein Gang zum Krater des berühmt berüchtigten Vulkans sollte ein Muss im Kampanien-Urlaub sein. Allein schon der Weg hinauf – inmitten einer Mondlandschaft gleichenden Umgebung – ist etwas ganz Besonderes. Zudem bietet sich dem Besucher ein fantastisches Panorama über den Golf von Neapel. Im Museo Archeologico Nazionale in Neapel gilt es ferner, Funde zahlreicher Ausgrabungen zu bestaunen.

Blick auf das alte Pompeji

Das Highlight eines jeden Urlaubes in der Region aber dürfte der Besuch der Ruinenstadt selber sein, welchen man am besten außerhalb der Sommermonate Juli/August unternimmt, um zum einen dem unwahrscheinlich hohen Besucheransturm und zum anderen der großen Hitze ein wenig zu entgehen. Durch die Porta Mariana an der Piazza Anfiteatro schreitend, betritt man eine völlig andere Welt. Um alles Sehenswerte zu sehen, reicht aber ein einziger Tag keineswegs aus. Auch alle Sehenswürdigkeiten aufzuzählen, würde hier den Rahmen sprengen, daher nur einige der wichtigsten Punkte:

Interessant dürfte in erster Linie das Forum sein, welches einst als Marktplatz und später als Versammlungsort diente. Wer einmal hier gestanden hat, der verspürt eine Ahnung davon, wie die Menschen damals gelebt haben mögen. Das Marcellum war nicht nur eine dem Gott Merkur geweihte Kultstätte, es war auch so etwas wie ein Handelsplatz. Und so kann man auch heute dort noch Tongefäße bestaunen, in denen beispielsweise Oliven lagerten. Zahlreiche Mosaiken sowie die Badehäuser sind ebenfalls zu besichtigen. In der Villa die Misteri – der Villa der Mysterien – aus dem Jahre um 200 vor Christi – befinden sich die besterhaltensten Wandmalereien der Ruinenstadt. Bemerkenswert sind zudem die Straßen, bei deren Bau man damals berücksichtigt hatte, dass die vornehmen Leute, welche mit einer Kutsche oder Ähnlichem kamen, nicht in der Gosse aussteigen mussten. Übrigens sieht man von den meisten Stellen der Ruinenstadt aus den Vesuv als Mahnmal im Hintergrund.

Wenn Sie Pompeji besuchen möchten, empfehlen wir Ihnen den Reiseanbieter www.Bella-Ischia.de, der sich auf diese schöne Region in Italien spezialisiert hat.